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April 05 Resume Ronja ist jetzt 7einhalb Wochen alt und so langsam kriegen wir Routine in unseren Alltag. Der Anfang war ziemlich holprig. Um die Spontangeburt brauchte ich mir spätestens in der letzten Schwangerschaftswoche keine Gedanken mehr machen, meine Ärztin riet mir zu einem Kaiserschnitt. Ronjas Kopf sei wohl nicht unbeachtlich groß und noch Ewigkeiten vom Muttermund entfernt und nachdem ich mir dann 2 Wochen übertragen nicht mehr zumuten wollte, fuhr mich Denny am Abend des 12. Februar in die Klinik, um dann am nächsten Morgen um 6 wieder bei mir zu sein. Im OP war ich dann morgens um 7 Uhr. Ich hatte ja meine Spinalanästhesie, Denny saß bei mir am Kopfende und die OP selber war total easy. 7:28 war die 4-kilo-Lütte da und ich konnte den Vormittag mit Mann und Kind auf der Station genießen. Dann ließ die Betäubung langsam nach und ich merkte daß das Laken nass war. Son bissl Blutung is ja normal. Wir machten uns noch keine Gedanken. Denny fuhr heim. Aber dann mußte ich die Schwestern alle halbe Stunde nerven, weil meine Vorlagen durchgeblutet waren und ich hatte diese Wundschmerzen. Gegen 17 Uhr wurde der Spätdienst dann langsam nervös. Ich bekam Infusionen, die kontraktionsfördernd waren, aber es wurde immer stärker. Großkoaglich und im Schwall. Das bluten selber tat garnicht weh. Es war nur irgendwie störend. Ein bissl anders wurde mir, als ich sah wie die Schwestern nen großen blauen Müllsack meiner Vorlagen aus dem Zimmer trug. Noch mehr Infusionen. Die Schwestern waren am rennen. Im Nachtdienst wär wohl nur eine Schwester da. Die Ärztin wurde gerufen und als die dann gegen 22 Uhr da war, drückte sie mir den Bauch aus. Diesen Schmerz mußte ich regelrecht veratmen, mir blieb fast die Luft weg. Aber es war nichts chirurgisches, die Nähte waren dicht und sie konnten nur mit Medis versuchen es einzudämmen. Ich hatte verdammt viel Fruchtwasser, der Uterus war quasi überdehnt, sodaß er sich nicht zusammenzog, wie es sich eigentlich gehört. Eine atonische Nachblutung mit HELP-Syndrom. Dementsprechend stark ging das alles weiter. Denny rief mich an, machte sich Sorgen, wollte vorbeikommen. Aber es war schon spät und ich hatte ihn dann soweit, daß er daheimblieb. So ein bissl Schlaf hatte er auch nötig. Irgendwann des nachts kam ein Arzt und nam mir Kreuzblut ab. Er hoffte ich würde keine Konserven brauchen, aber eben zu Sicherheit. Ich hatte furchtbaren Durst, aber irgendwie lief es schneller aus mir raus, als daß es über 2 Braunülen in mich reinfloß. Am nächsten Morgen, noch vor dem Frühstück kamen sie rein. "Sie kommen jetzt runter". Wie...runter....was ne Aussage. Unter runter verbarg sich der Aufwachraum, denn da hatten sie die Möglichkeit mich Vitalzeichen-Parameter-mäßig zu überwachen. Also kam ich runter und wurde verkabelt. Nochmals drückten sie ihre ganze Körperkraft auf meinen Bauch, ich dachte ich würde vergehen. Und immernoch kam es wie Wasserfall rausgeschossen. Die erste Blutkonserve wurde angehangen. Dann stand die Frage im Raum, ob sie mich in ein größeres Haus verlegen...eins mit Intensivstation. Partnerhaus war das DRK Westend.Ich wußte Denny und mein Vater wollten mich heute besuchen....gegen 11. Ich bat meine Ärztin meinen Mann zu informieren. Dann find ich leicht an zu schütteln, sie gaben mir noch eine Decke. Dann stand mein Vater in der Tür. Der NRW, der mich transportieren sollte, stellte gleich klar, daß ein Transport der Kleinen ausgeschlossen wär. WEIL: Sie hat ja kein Problem, sonder ich. Ich war total fassungslos. Wenn meine Kerle nich wären, wer bitte schön hätte sie denn dann hinterhergefahren? Typisch Deutschland. Im Westend angekommen wurde ersteinmal ein Ultraschall gemacht, um eventuell verbliebene Plazentareste auszuschließen. Dann kamen meine glorreichen 3 dazu. Ronja schlief tief und fest in ihrer Autoschale. Vati war gefahren, denn Denny hätte das mit seinem Tremor niemlas hinbekommen. Der zitterte am ganzen Körper. Aber Vati reagierte schnell und lenkte ihn gekonnt ab, indem er ihm ein paar Tricks zeigte, wie man Babys beruhigt. Dann fuhr er weiter zur Arbeit. Ich war unterdessen schon so zentralisiert, daß meine Handrückenzugänge dicht waren und die Ärztin versuchte krampfhaft an der Innenseite meines rechten Handgelenks eine etwas dickere Nadel zu legen. Nach dem 5. Gestochere konnte ich nich mehr. Das war mir zuviel, denn diesen Schmerz konnte ich nicht veratmen. Normalerweise tue ich das nicht, aber ich mußte schreien. Sie hörte nicht auf und als die lag, versuchte sie ne 2te an der anderen Hand zu legen. Die 7 Versuche sind heute noch zu sehen. Ich schrie und weinte, mir war alles egal. Aber sie konnte den 2ten Zugang nicht legen, die Gefäße waren nicht zu finden. Denny war ganz blaß geworden und ich fing wieder an zu schütteln. Aber diesmal nicht nur so, als hätte man Schüttelfrost, sondern so richtig. Mein Kiefer klapperte. Mir war nicht kalt oder so, aber ich konnte mich nicht dagegen wäre, das zittern ging nicht weg. Dann kam das Labor. Mein HB war bis auf 5 gefallen. Die 2te Konserve wurde angehangen und ich kam ohne Umwege auf die Intensivstation. Sie boten Denny an, für eine Nacht kostenfrei ein Familienzimmer zu beziehen mit Ronja. Er könne sie dann mit nem Leihkinderwagen zu mir rüberfahren, wenn sie quakt. Wie nahmen dankend an. Die Intensivschwestern kamen mit Braunülbesteck an mein Bett. Ich bekam Panik. Unter Tränen beteuerte ich, daß sie da keinen Erfolg zu erwarten hätten und daß ich das nicht mehr wollen würde. Also kam die Nadel mit 4-Wege-Hahn in meine rechte Ellenbeuge. Das ging auch ganz gut und ich hatte schon Mühe die ganzen Schläuche im Bett nicht abzuknicken, wenn ich Ronja versuchte zu stillen. Denn mehr als Versuche waren das nicht, meine Milch blieb noch aus. Denny kam alle 2 Stunden rübergefahren. Er fühlte sich sehr allein. Niemand zeigte ihm da drüben, wie man wickelt odert ähnliches. Er könne sie lediglich "kurz abgeben, wenn er ne Pause bräuchte". Sie schrie die ganze Nacht, er bekam kein Auge zu. Wenn sie bei mir war, wurde sie ruhig, gingen sie wieder, hörte ich sie auf dem Flur schon quaken. Als er das letzte Mal kam, gegen 6, war er weiß wie ne Wand. Ihm wär so entsetzlich kalt und er hätte drüben die Heizung und den Heizstrahler voll aufgedreht, ohne daß ihm warm wurde. Er schüttelte. Na ganz toll, dem hatte es voll die beine weggehauen. Er kam nicht mehr. Sie hatten ihn heimgeschickt mit fetter Nase und Husten. Im Laufe des Vormittages kam ich rüber in dieses Familienzimmer. Nun folgten 6 Tage, in denen ich mich sehr einsam fühlte. Trotzdem ich mitunter Besuch bekam. Denny hatten nen schweren grippalen Infekt und lag selber flach. Ich vermißte ihn furchtbar, besonders abends. Ich trank Unmengen Wasser, um meinen Kreislauf in Schwung zu kriegen, vorerst durfte ich aber nicht aufstehen. Die Schwestern holten Ronja regelmäßig zum wickeln. Sie schrie sehr viel, ich legte sie alle halbe Stunde an, meine Brust war schon total wund. Ich hatte das Gefühl, sie wurde mit meiner Vormilch nicht satt. Also fragte ich ob ich was zufüttern könne, ein bissl HA-Nahrung aus der Spritze. Irgendwann hatte ich wirklich das Gefühl ich würde mit diesen Bitten um Zusatznahrung das Personal nerven. Dann rutschte meiner Kleinen in der 3. Nacht ihr Namensband vom Handgelenk. Das fand ich sehr seltsam, denn es war nicht aufgegangen. Es war einfach abgerutscht. Im Frühdienst fragte mich dann eine Schwester, ob ich wüßte wieviel Ronja wiegt. Da wußte ich nicht ob ich lachen oder heulen sollte. Ich hatte die Kleine noch nicht mal nackt gesehen und soll wissen wieviel sie wiegt? Sie nahm sie mit zum wiegen. Als sie zurückkam war sie sehr ernst und meinte sie hätte sie jetzt gewogen. Und danach nochmalö auf einer anderen Waage....und dann nochmal mit einer Kollegin zusammen...und dann wären sie sich einig gewesen........3500g. Ich war geschockt. Wie konnten sie sie denn innerhalb von 3 Tagen 500g abnehmen lassen. Das war weit über die normalen 10%. ich war fertig. Die ließen mein Kind verhungern und ich hatte den letzten Funken Vertrauen in das ganze System verloren. Da waren soviele Schwestern und Hebammen auf der Station und keine fühlte sich zuständig, während ich nicht aufstehen durfte. Plötzlich waren sie alle ganz aufgeregt und ich sollte nun uuunbedingt zufüttern und penibel alles dokumentiern auf ner Tabelle. Mit jedem Tag stieg meine Angst, daß meine Milch ausbleiben würde, aufgrund meines großen Volumenmangels. Inzwischen taperte ich auch schon durch die Gegend. Das stillen war sehr schmerzhaft. Ronja hatte einen imensen Sog drauf, fühlte sich verarscht, weil nix kam und Denny fehlte mir. Dann fiel mir auf, daß wir noch nie in unserer Beziehung so lange voneinander getrennt waren. Aber ich wußte auch, solange er krnak war, konnte ich nicht heim, auch wenn sie mich entlassen würden. Ich mußte mir also was einfallen lassen. Als mein HB bei 9 war und am 6. Tag endlich nachts meine Milch einschoss, konnten sie mich garnicht schnell genug loswerden. Raus kam ich am 20. Februar. Mein Vater brachte uns beide zu meiner Mutter nach Schöneiche. Die hatte mir oben im Haus schon ne schöne Wickelecke eingerichtet und ne Milchpumpe besorgt und Windeln.....3 Tage blieb ich dort, bis Denny uns endlich holen konnte. Der is momentan vom Kinderkriegen geheilt und hat Angst, daß mir das nochmal passieren würde. Für mich ist das alles schon ganz weit weg. Ronja wird nachts 2x gestillt, sie wird pünktlich gegen 1 und gegen 4 wach. Sonst pennt sie brav von 20:30 an. Jetzt kommt der Frühling mit Macht und wir machen uns ne schöne Zeit. Inzwischen ist die auch schon 10cm größer. *seuf* Das geht wirklich wahnsinnig schnell. |
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